Interview mit der Mainzer Autorin Shanaya Stockova
von Katharina Schmidt
Seit März ist die Ausstellung „KNOW YOUR POWER“ der Mainzer Autorin Shanaya Stockova im unplugged zu sehen. Ihre Prosa Texte behandeln u.a. die Themen Patriarchat und Empowerment, die auch auf unserem Instagram Kanal im März und April behandelt wurden. Wie es dazu kam, dass die Ausstellung den Weg ins unplugged gefunden hat und welche Relevanz ihre Texte für das unplugged beinhalten, erfahren Sie im Interview mit der Autorin.
unplugged: Wieso besucht deine Ausstellung ausgerechnet das „unplugged“? Wieso gerade die Altersspanne zwischen 16-27 Jahren?
Sh. St.: Die Ausstellung „Know Your Power“ wurde durch einen Kollegen des „unplugged“ angeregt, der zuvor die Ausstellung im Stadtteilbüro Neustadt besucht hatte. Sein Vorschlag, die Ausstellung auch im „unplugged“ zu präsentieren, betrachtete ich als Anregung und fand die Idee gut. Ich war neugierig und gespannt, wie die Altersgruppe von 16-27 Jahren darauf reagieren und damit umgehen würde.
unplugged: Was haben deine Texte mit psychischer Gesundheit zu tun?
Sh. St.: Die Texte haben viel mit psychischer Gesundheit zu tun. „Know Your Power“ fordert auf, regt zum Nachdenken an: Hab ich Power? Kenne ich meine Power? Setze ich sie ein? Bei wem? Wann? Oder vermeide ich ihren Einsatz? Also eigentlich für die psychische Gesundheit aller Altersgruppen elementar und relevant.
Die Texte regen an, sich bewusst zu machen, was „ich gerade fühle“, wo „meine Grenzen sind“, „sag ich jetzt ja oder nein“. Also Fragen und Gedanken, die im Kontakt, am Arbeitsplatz, in der Beziehung eine wichtige Funktion und somit eine präventive Wirkung haben können.
unplugged: Wie viel „wahre Begebenheit“ steckt in deinen Texten?
Sh. St.: In den Texten steckt sehr viel wahre Begebenheit: Als Tochter 17 Jahre lang patriarchal (und damit verbunden auch sexistisch) sozialisiert, als Kommunionskind mit patriarchalen Strukturen der Kirche konfrontiert, als junge und ältere Frau innerhalb emotionaler Begegnungen in patriarchale Beziehungsmuster verstrickt, als Beschäftigte unter patriarchalen Strukturen am Arbeitsplatz „funktioniert“.
unplugged: Warum schreibst du deine lyrischen Texte in Prosa?
Sh. St.: Die Kombination Prosa-Lyrik ist einfach so entstanden. Auf einmal war sie da, ist einfach so herausgekommen, mit wenigen Worten Begegnungen, Geschichten, Porträts, Gefühle reduziert auf den Punkt zu bringen. Prägnanz dient dabei als Orientierung: Konzentration aufs Wesentliche.
unplugged: Wie schaffst du es, kreativ zu werden und zu bleiben?
Sh. St.: Die Welt, das Leben, mein Umfeld hält mich kreativ. Manchmal höre ich ein Wort – dann hängt sich daran eine Story oder ein Vers auf. Das ist so, als läge der Stoff schon vorbereitet in einer mental, kreativen Schublade und ich muss ihn nur rausholen. Kreativität empfinde ich als starke, innere Kraft.
unplugged: Wohin geht deine schöpferische Reise noch?
Sh. St.: Wohin die Reise noch geht? Die Kreativität ist mein Guide! Solange die kreative Quelle noch sprudelt geht’s weiter. Wohin? Kreativität lässt sich nicht vorhersagen. Langweilig wird es jedenfalls nicht, Stoff gibt es genug. Und die Form, Texte auszustellen und darüber ins Gespräch zu kommen, gefällt mir sehr gut.